Showbusiness: „Bei Let’s Dance gibt es keinen Plan B - du kannst niemanden aus der Show rausnehmen“ (Nadine Schlesinger)
Shownotes
Was bedeutet Haltung, wenn Leistung, Druck und Verantwortung jeden Tag zusammenkommen?
In dieser Folge von „Haltung, bitte!“ spricht Podcast-Host Désirée Stobbe mit Nadine Schlesinger, Physiotherapeutin und Gesundheitspsychologin in der Praxis "DiePhysiotherapie Köln" in Nordrhein-Westfalen, über die besonderen Anforderungen ihres Berufs. Schlesinger arbeitet mit Leistungssportlern, betreut Handballprofis und ist Teil der medizinischen Betreuung bei der „Let’s Dance“-Tour.
Genau hier treffen körperliche Belastung, Zeitdruck und öffentliche Aufmerksamkeit aufeinander. Sie gibt Einblicke in ihren Arbeitsalltag zwischen Praxis, Spitzensport und Showbusiness. Dabei wird schnell klar: Physiotherapie bedeutet weit mehr als Technik. Kommunikation, schnelle Entscheidungen und ein klarer Blick für den Menschen sind oft entscheidend, gerade dann, wenn unter Zeitdruck gehandelt werden muss.
Im Gespräch geht es um die Unterschiede zwischen Leistungssport und Bühne, um präventives Arbeiten und akute Behandlung direkt am Spielfeldrand oder hinter den Kulissen. Gleichzeitig zeigt die Episode, wie wichtig Teamarbeit ist und warum interdisziplinäre Zusammenarbeit heute unverzichtbar geworden ist.
Ein besonderer Fokus liegt auf der mentalen Seite des Berufs. Schlesinger erklärt, warum psychologische Aspekte in der Physiotherapie eine zentrale Rolle spielen und wie sie durch ihre Ausbildung in Gesundheitspsychologie den Umgang mit Patienten und Sportlern verändert hat.
Diese Episode zeigt: Haltung bedeutet Verantwortung. Für den Körper, für den Menschen – und für sich selbst.
Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
Transkript anzeigen
00:00:02: Ich würde sagen, die größte Herausforderung ist nicht primär die körperliche Belastung sondern die Konstanz im Umgang mit Leistungsdruck und auch mit Team-Dynamiken am Ende des Tages.
00:00:15: Man begleitet Menschen teilweise über Jahre mit Verletzungen, den Rückschlägen aber auch natürlich feiert man zusammen Erfolge Und man wird auch als Physiotherapeut schnell Teil eines Teams, auch wenn man vielleicht nicht direkt sichtbar ist.
00:00:30: Sondern eher im Hintergrund arbeitet.
00:00:34: Position beziehen,
00:00:35: Wissen teilen!
00:00:38: Haltung bitte – der Gesundheitspodcast vom Verband für Physiotherapie
00:00:42: Nordrhein-Westfalen.
00:00:45: Hier ist Desiree Stobbe.
00:00:48: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Haltung Bitte, dem neuen Gesundheitspodcast des Verbands für Physiotherapien Nordrhein-Westfalen.
00:00:57: Heute haben wir eine Physiotherapeutin zu Gast die genau weiß wie es sich anfühlt wenn das Adrenalin bei hundertundachtzig schlägt egal ob hinter den Kulissen oder im Leistungssport.
00:01:09: Nadine Schlesinger ist nicht nur Physiotherapeutin, sondern auch studierte Gesundheitspsychologin.
00:01:15: Die Kölnerin arbeitet aktuell als Physiotheraperin für Handball-Profis und ist seit zwei Jahren die Sportbetreuung bei Let's Dance.
00:01:23: Bei der Let's dance Tour um genau zu sein!
00:01:25: Nadine schön dass du heute da bist.
00:01:28: Ja guten Morgen.
00:01:29: ich freue mich schön das ich da sehen kann.
00:01:32: Lass uns doch direkt mit einer kurzen Kennenlernenrunde starten.
00:01:35: Gerne
00:01:36: Beschreibe deinen Job mit nur einem einzigen Wort.
00:01:41: Verantwortung
00:01:43: Das unterschätzte Tool in deiner Physiotasche.
00:01:47: Ich würde gar nicht so sehr auf die Tasche gehen, sondern ich finde dass Kommunikation ganz ganz wichtig ist und oft wichtiger als jede Technik.
00:01:57: Wenn du für einen Tag lang die körperliche Betreuung für eine Person deiner Wahl berühmt oder nicht übernehmen könntest wer wäre das?
00:02:07: Tatsächlich, wenn du mich so fragst habe ich gar keine Person die ich nennen würde.
00:02:14: Weil wenn wir jetzt berühmt oder so nennen dann gerade im Letztenensbereich da haben wir ganz verschiedene unterschiedliche Prominente mit komplett verschiedenen Verletzungen und körperlichen Belastung und ja in der Physotherapie ist das am Ende genauso.
00:02:30: Für mich sind alle, egal ob Sportlerin oder Patientin, alle gleich.
00:02:35: Jeder kommt mit seiner Fassant und seinen Zielen.
00:02:38: Da ist jeder einzelne Mensch für mich im Fokus.
00:02:43: Wenn du heute nicht Physiotherapeutin wärst, welcher Beruf wäre es dann, den du möglicherweise gewählt hättest?
00:02:49: Das ist eine spannende Frage ... Also ich ... Hab schon sehr früh gewusst, dass ich Physiotherapeutin werden möchte.
00:02:56: Mit fünfzehn hab ich die ersten Praktika gemacht.
00:02:59: Deswegen stand es für mich noch nie so richtig zur Debatte, mir darüber Gedanken zu machen.
00:03:06: Aber wenn ... hatte ich mal kurz überlegt in jungen Jahren vielleicht in den Sportjournalismus zu gehen?
00:03:11: Mir war's eigentlich immer wichtiger im Sportkontext, im Team zu sein und nicht nur ausschließlich darüber zu berichten.
00:03:18: Mhm!
00:03:19: Sehr spannend.
00:03:20: Was ist deine größte Stärke im Behandlungsraum?
00:03:24: Definitiv ein strukturiertes Clinical reasoning.
00:03:29: Also das finde ich extrem wichtig und den Patienten in Fokus zu setzen, gleichzeitig die Fähigkeiten und die Belastungen des Patienten individuell zu betreuen und zu kommunizieren.
00:03:41: Und was brauchst du morgens in der Praxis, um richtig durchzustarten?
00:03:45: Damit es ein guter Tag wird.
00:03:47: Viele brauchen ja Kaffee oder Tee oder wollen direkt die Action haben.
00:03:52: Ich brauche erst mal einen strukturierten Plan und Ruhe und Schau, was der Tag so bringt.
00:03:57: Ich bin nicht der Mensch in der praxis, der primär die kaffeemaschine leert macht.
00:04:03: Sehr schön prima!
00:04:04: Damit haben wir dich glaube ich schon mal ganz bisschen kennengelernt.
00:04:07: Ich würde jetzt gerne natürlich noch viel mehr über dich erfahren, über dein Leben und deinen Lebenslauf.
00:04:12: Denn gerade wenn man sich deine Vita ein bisschen genauer anschaut, dann sieht man ja viele verschiedene Sportarten bei denen du bereits als Betreuerin im Einsatz warst oder bist.
00:04:23: Rollhockey Handball Fußball Cross Triathlon Und eben seit zwei Jahren auch bei Let's Dance Tour.
00:04:30: trifft man dich denn auch mal in eurer Gemeinschaftspraxis in Köln an?
00:04:34: Ja, also ich bin hier angestellt am Barbarossaplatz direkt im Schöntgöln.
00:04:39: Und hier bin ich mittlerweile seit fünf Jahren und mache auch hier die fachliche Leitung und habe hier meinen ganz normalen vierzig Stunden Job.
00:04:48: Wow!
00:04:48: Das heißt also, alles was du in Anführungszeichen nebenher machst geschieht vor oder nach diesen vierzig Stunden und am Wochenende und abends?
00:04:56: Genau.
00:04:56: Also unabhängig davon wenn ich jetzt auf Tour bin dann ist es so dass ich dafür frei habe aber ansonsten bin ich ganz normaler Praxis für meine Patienten da.
00:05:06: Jetzt hast du gerade schon die Tour angesprochen, da möcht ich natürlich ein bisschen mehr zu wissen.
00:05:09: Also Stichwort Let's Dance – das ist natürlich Showgeschäft!
00:05:13: Das ist hohes Tempo sehr viel öffentliche Aufmerksamkeit Menschen, die im Rampenlicht stehen und natürlich auch dieses mediale Interesse wenn Promis auch verletzt sind Wie arbeitest du denn dahinter den Kulissen?
00:05:24: Würdest du sagen ist es eher präventiv oder erst dann wenn eine Verletzung sich bereits ergeben
00:05:29: hat?
00:05:30: Also tatsächlich beides, weil bei Let's Dance haben wir halt die Sportler.
00:05:36: Das heißt die Profitänzer, Tänzerinnen und gleichzeitig auch die Prominenten.
00:05:41: Und da kommen ganz viele verschiedene Menschen aufeinander, die ja auch unterschiedlichste Überlastungen oder Kompensationstrategien vielleicht mit sich bringen.
00:05:51: So eine harte Tour.
00:05:52: Wir starten meistens schon im Mitte Ende Oktober und dieses Jahr geht die Tour bis Mitte Dezember.
00:05:59: Da kann sich jeder ausmalen, wenn man fast täglich in Avenue bei ja Zehntausend Leuten tanzt.
00:06:05: Dass das schon sehr anspruchsvoll sein kann.
00:06:08: und ja man versucht halt zum einen präventiv zu arbeiten aber zusätzlich da Feuer zu löschen wo Feuer zu lösen sind und ich mache das nicht alleine sondern auch mit einer externen Kollegin mit der Britta Wittmann zusammen teile ich mir die Tour und da sprechen wir uns ab.
00:06:23: Ja, klasse.
00:06:24: Sehr sehr spannend auf jeden Fall!
00:06:26: Jetzt machst du ja nicht nur die tanzenden Promis sondern bist ja auch wirklich im Leistungssport engagiert.
00:06:32: Wie würdest du sagen unterscheidet sich denn die Arbeit mit einem Tänzer also einem prominenten Tänster in Vergleich zum Beispiel zu einem Fußballer oder einem Hockeyspieler oder Handballer?
00:06:45: letztendlich hat jeder seine Bedürfnisse und so groß, unterscheidet sich es gar nicht.
00:06:50: Der einzige Unterschied den ich sehe ist wenn ich jetzt in der Nationalmannschaft unterwegs bin dann kann ich schon mal einen Sportler auch rausnehmen das heißt er kann vielleicht die anderen Minuten nicht mehr spielen was da nicht schön ist.
00:07:05: aber letztendling ist die Möglichkeit da und der größte Unterschied im Show Business dass diese Möglichkeit besteht einfach so gut wie gar nicht.
00:07:16: die haben ihre Karte bezahlt und da muss man funktionieren.
00:07:20: Was kann man denn so ad hoc tatsächlich machen?
00:07:22: Wie kannst du helfen, wenn jemand eine Zerrung hat oder sich ankündigt oder ähnlich ist?
00:07:28: Beschwerden, die vielleicht nicht ganz massiv gravierend sind, relativ schnell Fragezeichen.
00:07:35: Therapieber sind vor Ort also was macht man da?
00:07:37: wie genau arbeitest du denn da?
00:07:38: Vielleicht kannst du einen Blick hinter die Kulissen gewähren.
00:07:41: Also, man muss halt so schnell wie es geht in irgendeiner Form reagieren.
00:07:45: In dem man schaut alles klar, dass und das ist passiert.
00:07:48: Deswegen darf man auch sich nicht als Zuschauer betrachten, der die Show genießt oder irgendein Spiel sich anguckt, sondern man muss schon die ganze Zeit wach sein und versuchen den Verletzungshergang
00:07:59: etc.,
00:08:00: herzuleiten und im Kontext wach zu sein.
00:08:03: Und natürlich sprechen wir dann erst mal mit den Sportlauern, der Sportlerin schaut was passiert ist manualtherapeutisch zu arbeiten, Leukotapes zu setzen im Rahmen der Möglichkeiten.
00:08:15: Also das was halt schnell am Spielfeldrand erforderlich ist.
00:08:20: Das knüpft dir ein bisschen auch an das, was du zum Einstieg in der Kennenlernenrunde gesagt hast.
00:08:24: Dass Kommunikation ja so wahnsinnig wichtig in deinem Job ist.
00:08:27: Wird man denn da irgendwie gezielt auch darauf vorbereitet?
00:08:30: Oder ist es so ein bisschen Learning by doing im Arbeitsalltag, dass man weiß welche Worte wähle ich wie spreche ich mit meinem Gegenüber um möglichst schnell im Zweifelsfall die Information zu erhalten, die ich brauche, um richtig therapieren zu können?
00:08:44: Also ich denke, dass das in der Ausbildung der Physiotherapie definitiv zu kurz kommt mehr Module oder Fächer wünschen, die auch die angehenden Physiotherapeuten und Perapeutinnen darauf hintrainieren.
00:08:58: Dass sie das auch lernen – das ist letztendlich ein Teil von zwanzig Jahren Berufserfahrung zum einen!
00:09:04: Aber zusätzlich habe ich auch diverse Kommunikationsfortbildungen besucht.
00:09:09: Wir hatten auch erst im letzten Jahr eine interne Fortbildung, weil mir das hier sehr wichtig war dass wir da alle auf einem Stand sind was die Kommunikation im Team angeht aber natürlich auch gegenüber unseren Patientinnen und Patienten und unseren Sportlern-Sportleren.
00:09:24: Ich hab zusätzlich noch meinen Master in Gesundheitspsychologie gemacht Und auch da lernt man mit den Leuten zu kommunizieren.
00:09:32: Mhm.
00:09:33: Sehr spannender Punkt auf den will ich gleich auch noch mal zu sprechen kommen, an der Stelle natürlich auch dahin weiß dass der VPT sehr viel Fortbildungen anbietet und in die verschiedensten Richtungen.
00:09:42: also da lohnt sich auch immer mal einen Blick auf die Homepage zu werfen beziehungsweise natürlich auch Mitglied im Verband zu werden.
00:09:49: Stichwort Gesundheitspsychologie.
00:09:50: Nadine das interessiert mich natürlich auch wahnsinnig als ich mir deine Vita in Vorbereitung für den heutigen Podcast genauer angeschaut habe.
00:09:57: du hast dich ja nach deinem Bachelor entschieden diese Studium ja nochmal in Angriff zurück.
00:10:02: Warum war das für dich so ein bisschen, ich sag mal der logische nächste Schritt?
00:10:06: Und wie verändert denn dieser Master mit diesem psychologischen Background auch deinen Blick auf die Patienten.
00:10:12: Also inwieweit profitierst du von der Psychologie in deinem Job als Physiotherapeutin?
00:10:19: Ja also zur ersten Frage kann ich sagen Ich habe mein Bachelor erst im Jahr twohundneunzehn beendet.
00:10:25: Das bedeutet ich hab erstmal sämtliche Fortbildungen gemacht Die man so machen kann und hat mir dann überlegt okay Ich bin der Mensch, der gerne Herausforderungen mag.
00:10:34: Was wäre denn noch ein größerer Schritt, den man gehen kann?
00:10:37: Und habe dann einen Bachelor in angewandten Therapiewissenschaften gemacht an der Hochschule Döpfer Und habe gedacht, okay das finde ich einfach ein ganz spannendes Feld im wissenschaftlichen Kontext einfach auch mal reinzuschnuppern.
00:10:49: Aber diverse Sachen wie Statistik
00:10:51: etc.,
00:10:52: das hat mir nicht so gereicht was ich nur im Bachelor gelernt hab weil mir auch Studienlage ganz wichtig ist.
00:10:58: und wir versuchen hier eine evidenzbasierte Praxis zu sein.
00:11:02: und wenn ich eine Studie lese dann möchte ich sie auf verstehen und bewerten können Und deswegen war mir der Master einfach aus, sehr wichtig.
00:11:10: Weil man darauf hinarbeiten kann, dass man eine Statistik wirklich versteht.
00:11:15: und zusätzlich ist es für mich ein logischer Schluss.
00:11:17: Wir arbeiten mit Menschen zusammen und da können wir die Psychologie nicht außen vorlassen.
00:11:23: also wenn wir an ICF denken dann steht der Mensch immer im Mittelpunkt und dementsprechend muss ich auch handeln und auf den Patienten eingehen können.
00:11:34: Ja, also finde ich einen sehr, sehr validen Punkt.
00:11:36: Ich habe tatsächlich auch Psychologie studiert allerdings nur im Nebenfach.
00:11:41: mehr hat meine Abinote nicht hergegeben.
00:11:42: aber deswegen kann bestätigen ein sehr spannender Studiengang und ich glaube da kann man in verschiedenen Lebenslagen und Berufen von profitieren wenn man diesen Background hat.
00:11:51: mich würde jetzt interessieren was für dich denn so das schwierigste ist?
00:11:54: Ein Team über so viele Jahre konstant physiotherapeutisch und dann natürlich in deinem Fall ja auch ein Stück weit psychologisch zu begleiten?
00:12:02: würdest du sagen diese körperliche Belastung der Spieler oder eben auch der psychische Druck, natürlich auch wieder fit werden zu müssen ja.
00:12:11: Also ich würde sagen die größte Herausforderung ist nicht primär die körperlichen Belastungen sondern die Konstanz halt im Umgang mit Leistungsdruck und auch mit Team-Dynamiken am Ende des Tages.
00:12:24: Man begleitet Menschen teilweise über Jahre, ja mit Verletzungen, den Rückschlägen aber auch natürlich feiert man zusammen Erfolge und man wird auch als Physiotherapeut schnell Teil eines Teams, auch wenn man vielleicht nicht direkt sichtbar ist sondern eher im Hintergrund arbeitet.
00:12:43: Ja, ich betreue die Bundesliga schon seit Jahrzehnten beim Erste Kronenberg.
00:12:49: Das ist in Wuppertal und da habe ich letztendlich auch mehrere Generationen von Spielern erlebt.
00:12:55: Man kennt sich, man wächst zusammen ... Genau das macht in diesem Kontext die Arbeit sehr besonders.
00:13:03: Wichtig ist für mich immer, dass man eine gut funktionierende Staff hat.
00:13:07: Ich bin ja nicht nur alleine als Physiotherapeutin da, sondern es gibt den Coach, Den Manager etc.
00:13:14: und wir arbeiten zum Beispiel beim erste Kronenberg sehr, sehr stark interdisziplinär unter anderem nicht nur mit einem Arzt sondern auch mit einem Sportpsychologen den Würgen Walter der da eine ganz wichtige Position hat für alle von uns nicht nur für die Spieler sondern auch für die Staff.
00:13:31: ja und er zeigt sich letztendlich ganz gut geht nicht immer nur um den Körper sondern ums gesamte System.
00:13:37: Und bei Let's Dance ist natürlich die große Herausforderung die Menschen so schnell wie es geht, einfach wieder zurück auf die Bühne zu bringen.
00:13:46: Wie genau machst du das?
00:13:47: Also, wie kann man das möglichst schnell hinbekommen?
00:13:50: Wir hatten Gott sei Dank noch nie den Fall, dass jemand so ernsthaft verletzt war, dass man ihn rausnehmen musste.
00:13:57: Aber sollte dieses schon mal der Fall sein, da arbeitet man dann auch interdisziplinär.
00:14:02: Wir haben Choreografen, die auf dem Fall halt Möglichkeiten zugeschnitten haben, dass dann jemand anders tanzen kann.
00:14:08: aber im besten Falle funktioniert das letztendlich nicht.
00:14:11: Ich finde, wenn du so erzählst wird ziemlich deutlich dass dieses Teamwork sehr wichtig ist miteinander.
00:14:18: Würdest du irgendwo vielleicht auch nicht weiterarbeiten wollen?
00:14:21: Wenn du sagst dich Chemie stimmt nicht miteinander sei es jetzt im Sport bei Let's Dance oder würdest du sagen du hast da komplett diese Profibrille auf und ziehst durch auch wenn da eben einem Team ist wo es irgendwie knirscht?
00:14:33: Also grundsätzlich, finde ich hat das gar nicht so viel mit Profi oder nicht Profi sein zu tun.
00:14:39: Wenn ich im physieterepoetischen Kontext unterwegs bin, bin ich immer Profi aber habe natürlich auch die Entscheidung mir langfristig darüber Gedanken zu machen ob ich da weiter in diesem Team interagieren will oder nicht.
00:14:51: Aber natürlich gibt es irgendwo auch wenn man länger unterwegs ist und mal Reibereien, aber da sollte man drüber stehen.
00:14:57: Profi bedeutet auch für mich zu sagen, das ist einfach nicht mein Team langfristig.
00:15:02: Das kann ich natürlich nicht während der Weltmeisterschaft oder Europameisterschaft und während der Tour machen.
00:15:07: Aber man sollte sich schon bewusst sein, was einem erwartet und dass die Konstellation grundsätzlich einfach stimmen sollt.
00:15:13: Und wenn sie nicht stimmt dann sage ich, dass es einfach nicht meinen fällt und arbeite da nicht mehr.
00:15:19: aber ... Das ist bis jetzt noch nie vorgekommen?
00:15:21: Ja genau wollte ich grad nachfragen also bisher tatsächlich noch nicht passiert.
00:15:25: definitiv nicht.
00:15:26: Also ich mache immer meine Arbeit mit sehr viel Leidenschaft und jede Teamkonstellation, vor allem so für meine Lebensrealität
00:15:34: passend.".
00:15:35: Mich würde jetzt mal interessieren, wie du das so schaffst, selbst körperlich und mental hinzubekommen.
00:15:43: Du sagst es gerade, du hast die Vierzig-Stundenwoche in der Praxis in Köln?
00:15:47: Dann machst du ja wahnsinnig viel nebenher!
00:15:49: Du hast natürlich auch ein Privatleben ... Wie bekommst du das alles unter einen Hut um körperliche und mental selbst fit zu bleiben?
00:15:57: In erster Linie muss man Spaß an seinem Beruf haben.
00:16:00: Und für mich ist die Physiotherapie nicht irgendein Beruf, sondern definitiv eine Berufung.
00:16:06: und grundsätzlich kann ich sagen man braucht klare Grenzen.
00:16:10: Man braucht eine realistische Erwartungshaltung und letztendlich auch einen strukturierten Arbeitsstil.
00:16:16: der ist mir halt sehr wichtig und dass man sich bewusst macht das man nicht alles immer kontrollieren kann, dass man im Team arbeitet und das ist halt auch im Leistungssport halt sehr ganzen Themen, die du jetzt gerade angesprochen hast.
00:16:32: Selber eine Masterarbeit auch geschrieben und diverse Forschungsarbeiten mit der Hochschule-Döpfer zusammen.
00:16:39: Wir machen diverse Studien in diesem Kontext, was letztendlich Burnout und Burnout-Prävention in der Physiotherapie angeht.
00:16:49: Ich finde das ist ein ganz wichtiges Thema wo wir uns vielleicht auch im physiotherapeutischen Kontext zu wenig mit beschäftigen.
00:16:57: Aber die Studienlage zeigt, dass wir da als Stakeholder schon große Probleme haben.
00:17:02: und wie gesagt für mich ist es wichtig das man klare Grenzen setzt und dass man letztendlich im Team arbeitet und nicht immer alles kontrolliert.
00:17:11: Aber das ist ja ganz spannend.
00:17:13: Du hast zum einen in der Praxis die Erfahrung, dich selbst fürzuhalten.
00:17:17: Auf der anderen Seite dieses Wissen aus der Theorie, Stichwort Bachelorarbeit ... Was ziehst du denn da gezielt raus?
00:17:24: Wie sieht für dich Burnout-Prevention aus?
00:17:26: Sieht man dich jeden Nachmittag oder am Nachmittagsern nicht abends am Rhein eine Runde spazieren gehen?
00:17:32: Oder machst du Yoga?
00:17:33: Oder was ist so dein Geheimrezept?
00:17:36: Vielleicht ganz konkret wie du dich vertälst!
00:17:38: Also wichtig ist für mich, dass ich ein schönes Umfeld habe.
00:17:42: Dass ich eine nette Familie habe und mein Mann einfach auch dahinter steht was ich mache das finde ich auch ganz ganz wichtig für mich Und ich treffe mich gerne mit Freunden Ich gehe gern wandern Die Natur ist mir ganz ganz richtig und mach meinen Sport ins Fitnessstudio weil das halt einfach ein ganz ganz wichtiger Aspekt ist wie man halt einfach auch Stress regulieren kann.
00:18:03: Sprich eine Mischung aus ich sag mal mentaler Hygiene.
00:18:06: also glücklich sein sich in seinem Umfeld mit tollen Menschen sich umgeben und auf der anderen Seite natürlich auch dieser körperliche Teil, also sprich aktiv Sport machen, sich bewegen.
00:18:16: Und Fitness irgendwie integriert bekommen, wenn man sehr viel arbeitet.
00:18:20: Genau wichtig ist wie ich es vorhin schon gesagt habe, man muss einfach Spaß an seiner Arbeit haben.
00:18:25: dann hat man nicht so schnell das Gefühl dass es einen überfordert oder überlastet und ansonsten muss man die Konsequenz ziehen Man in irgendeiner Form etwas ändert.
00:18:36: Ja, absolut!
00:18:37: Ich glaube das kann man für alle Bereiche und Berufe eigentlich ja übernehmen.
00:18:41: Lass uns doch mal auf unseren Podcast-Titel blicken.
00:18:44: Der heißt ja Haltung bitte.
00:18:46: Wir haben ja ganz bewusst dieses Wortspiel genutzt.
00:18:49: Und jetzt würde ich gerne dir die Frage stellen Was ist denn für dich irgendwie Haltung?
00:18:54: Oder hast du ein Geheimrezept für deine eigene Haltung um eben nicht auszubrennen was wir eben angesprochen haben?
00:19:01: Also was ist Haltung für Dich?
00:19:02: vielleicht beruflich, privat, politisch.
00:19:05: Ich glaube da könnte man auch noch ein extra Podcast machen grundsätzlich.
00:19:09: Also für mich ist halt die innere Haltung zum Beruf sehr wichtig dass man in der Lage ist Verantwortung zu übernehmen und das man letztendlich einen guten Job macht.
00:19:22: Das ist innere haltung für mich oder Haltung im Allgemeinen.
00:19:25: Okay Zum Schluss, wir kommen langsam dem Ende entgegen unseres Podcasts.
00:19:30: Würde ich gerne mit dir mal auf die NRW-Sportlandschaft auch blicken und natürlich mit Blick ganz besonders auf die Physiotherapie – nicht nur in NRW sondern auch in ganz Deutschland!
00:19:40: Da passiert ja gerade sehr, sehr viel.
00:19:42: Gerade auch aus Berlin gelenkt?
00:19:45: Du grinst schon!
00:19:46: Was würdest du dir denn für den Berufsstand wünschen damit sich die Bedingungen und Physiotherapeuten wirklich bundesweit nicht verschlechtern oder natürlich optimistisch ausgedrückt sogar verbessern?
00:19:58: Grundsätzlich wünsche ich mir mehr Autonomie.
00:20:00: Das haben wir mit der Blanco-Verordnung schon angefangen zu schaffen, das bedeutet aber auch, dass wir Physiotherapeutinnen und Physiotherapäutinnen unsere Verantwortung bewusst sind.
00:20:11: Und ich wünsche mir im speziellen Falle eine stärkere Akademisierung, weil Klinical Reasoning Prozesse etc.
00:20:20: einfach ... zu mehr Professionalisierung führen und dass die Akademisierung einfach ein ganz, ganz wichtiges Tool.
00:20:27: Wir sehen das europaweit teilweise sogar weltweit.
00:20:31: wir sind die einzige Profession in Deutschland, die da nicht akademisiert ist.
00:20:36: Und ja wenn wir langfristig attraktiv bleiben wollen brauchen wir da einfach klare Entwicklungsperspektiven eine evidenzbasierte Arbeitsbedingung auch eine Haltung dazu.
00:20:47: Ja gleichzeitig wünsche ich mir Auch diese Haltung letztendlich von jedem einzelnen Physiotherapeuten, aber auch von den Verbänden.
00:20:55: Und du hast es jetzt gerade schon angesprochen.
00:20:58: Wir haben jetzt diverse gesundheitspolitische Entscheidungen die in mehrerer Zeit getroffen werden müssen und die aktuell diskutiert werden, die ich einfach als sehr schwierig betrachte.
00:21:09: Ich finde da sollte ja auch die Verbände einfach sehr aktiv werden
00:21:18: Absolut, dem kann ich also nur beiflichten.
00:21:21: Das werden wir als VPT NRW natürlich auch tun oder tun es bereits.
00:21:26: Also ich glaube da könnt ihr euch darauf verlassen dass ihr da auf jeden Fall einen starken Partner an eurer Seite habt.
00:21:31: Ja Nadine dann sage ich an dieser Stelle erstmal ganz ganz herzlichen Dank.
00:21:34: Ich fand das war ein wahnsinnig spannender Podcast!
00:21:36: Ich finde was du tust ist sehr sehr interessant.
00:21:39: Wir könnten wahrscheinlich Stunden weiter reden.
00:21:41: Also vielen vielen dank für deine Zeit und die superinteressanten Einblicke in deinen Job.
00:21:45: Ja, vielen Dank und hat mich auch sehr gefreut.
00:21:48: Und er freu mich auf weitere Podcast-Volgen!
00:21:51: Ganz lieben Dank!
00:21:52: Bis bald Nadine, mach's
00:21:53: gut!
00:21:53: Tschüss!
00:21:54: Ciao!
00:21:55: Haltung bitte.
00:21:56: der Gesundheitspodcast vom Verband für Physiotherapie
00:22:00: Nordrhein Westfalen
00:22:01: erfahre mehr auf vpt
00:22:03: minus nrw.de.
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