Bewegung: „Der Körper passt sich in die Richtung an, in der wir ihn bewegen.“ (Jonte Witte)
Shownotes
Was bedeutet Haltung, wenn Gesundheit nicht mit Kontrolle beginnt, sondern mit Vertrauen in den eigenen Körper?
In dieser Folge von „Haltung, bitte!“ spricht Podcast-Host Désirée Stobbe mit Osteopath, Sport- und Gesundheitswissenschaftler, Coach und Autor Jonte Witte. Gemeinsam hinterfragen sie klassische Vorstellungen von Haltung, Bewegung und Schmerz und zeigen, warum unser Körper weit anpassungsfähiger ist, als wir oft glauben.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie neue Bewegungsmuster entstehen. Jonte Witte erklärt, warum schon kleine Veränderungen beim Gehen oder beim Aufsetzen des Fußes den gesamten Körper beeinflussen können. Statt nach der einen perfekten Bewegung zu suchen, plädiert er dafür, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen, unterschiedliche Bewegungsvarianten auszuprobieren und den Alltag selbst zum Trainingsraum zu machen. Dabei geht es auch um die Rolle der Physiotherapie. Wie viel Eigenverantwortung können Patienten übernehmen? Müssen Spannungen und Blockaden immer sofort behandelt werden? Und wie gelingt es Therapeuten, Menschen nicht in Abhängigkeit zu bringen, sondern sie zu mehr Körpergefühl und Gesundheitskompetenz zu befähigen?
Jonte Witte macht deutlich: Der Körper entwickelt sich in die Richtung, in der wir ihn bewegen. Wer Bewegung wieder als Lernprozess versteht, schafft die Grundlage für langfristige Gesundheit. Ohne Perfektionismus und ohne die ständige Suche nach der einen richtigen Lösung.
Mehr zu Jonte Witte: http://www.jontewitte.de/
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Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
Transkript anzeigen
00:00:01: Therapeuten wirklich passt auf euch selbst auf, und das spreche ich zu fünfzig Prozent auch direkt zu mir morgen.
00:00:06: Also in unserem Gesundheitssystem wird ja leider häufig systemisch bedingt der Mangel verwaltet Und diese Löcher immer wieder mit der eigenen Energie zu stopfen Das kann auf Dauer einfach nicht gut gehen.
00:00:15: also nicht selber alles von sich herzugeben ist da finde ich sehr wichtig.
00:00:18: Selbstverantwortung Zutrauen Handlungsfähigkeit erfahrbar machen und das ganze nicht mit Druck von oben irgendwie von außen das erzeugt nur Gegendruck sondern dass es kein Kampf sondern eher ein Tanz mit dem inneren Schweinehund Position beziehen.
00:00:46: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Haltung Bitte, dem Podcast des VPT in Nordrhein-Westfalen.
00:00:53: Wenn wir in der Therapie über Haltungen sprechen landen wir schnell bei Biomechanik, Wirbelsäulen, Winkeln oder dem Klassiker aus dem Alltag?
00:01:02: setz dich mal gerade hin.
00:01:04: Aber was, wenn Haltung viel mehr ist als nur Muskeltonus und Statik?
00:01:09: Was für eine Aufrichtung ein Prozess der Selbstkultivierung ist – und der eigene Alltag der beste Übungsplatz den wir haben?
00:01:16: Genau darüber sprechen wir heute!
00:01:19: Mein Gast ist Osteopath, Sport- und Gesundheitswissenschaftler, Keynote Speaker & Coach und verbringt seine tägliche Arbeit damit Brücken zu bauen Zwischen Training und Therapie, zwischen klaren osteopathischen Prinzipien und einer echten Bewegungskultur.
00:01:36: Im September erscheint sein erstes Buch Aufrichtung die Kunst der Selbstkultivierung Teil eins.
00:01:43: Jonte Witte will Gesundheit neu besprechen fernab vom Selbstoptimierungswahn dafür mit viel Lebendigkeit Neugier und einer Prise Leichtigkeit.
00:01:53: herzlich willkommen in unserem Podcast Jonte.
00:01:56: schön dass du da bist.
00:01:57: Hallo Desiree, vielen Dank für die Einladung.
00:01:58: Ich freu mich!
00:02:00: Sehr gerne.
00:02:01: Wir würden dich alle, glaube ich, ein bisschen besser kennenlernen wollen.
00:02:04: Deswegen haben wir hier so eine ganz feste Rubrik, eine kurze Kennenlernrunde.
00:02:08: Ich würde kurz Fragen stellen und dich bitten einfach ganz kurz und knapp zu antworten.
00:02:13: Los geht's!
00:02:14: Beschreibe deinen Job bitte mit nur einem einzigen Wort.
00:02:18: Körperliche Handlungsfähigkeit?
00:02:20: Wenn man da schnell genug ausspricht ist das fast ein Wort.
00:02:23: Zählt... Was ist deine größte Stärke im beruflichen Kontext?
00:02:28: Das lädt ja zu Bescheidenheit ein.
00:02:31: Was mir zumindest zurückgemeldet wird, dass ich einen ganz guten präzisen Blick oder einen Gespür für Blockaden- oder Spannungsmuster oder auch Gewohnheiten habe die im Heilungsprozess im Weg stehen oder relevant sind.
00:02:42: und für mich selbst würde ich eher sagen das was meine Arbeit am meisten trägt dass inzwischen echt ein unerschütterliches Vertrauen ist.
00:02:51: Dass wirklich alles in uns angelegt ist und eigentlich das Natürlichste der Welt, dass wir uns regulieren, heilen und wachsen.
00:02:55: Und wenn wir dann für günstige Bedingungen sorgen.
00:02:58: Da hab ich inzwischen keinen Zweifel mehr!
00:03:01: Ich weiß von dir, dass du Familienvater bist?
00:03:03: Was brauchst du denn morgens um so richtig durchzustarten?
00:03:06: Am liebsten eine Tasse grünen Tee und einen Spaziergang.
00:03:08: aber, wenn sonst noch alle schlafen.
00:03:10: Das ist schön, wenn es klappt...
00:03:12: Das heißt, du hast Langschläferkinder.
00:03:14: Das ist ja schon mal ganz großartig hat nicht jeder.
00:03:16: Leider nicht, Kurzschläver!
00:03:17: Kurzschäfer?
00:03:18: Ach so okay dann bist du aber sehr früh unterwegs oder wenn die noch schlafen und du beschorgen
00:03:21: spazieren?
00:03:22: Leider ja.
00:03:22: Okay was bedeutet Haltung für dich ganz persönlich also jenseits der Anatomie?
00:03:28: Ja es genau mein Thema ne Aufrichtung und Aufrichtigkeit.
00:03:31: und ausschmücken könnte ich das noch mit so einer drei G-Regel Drei G plus die ich mal für mich formuliert habe Geduld Genügsamkeit und Gelassenheit.
00:03:39: Und Plus Der darf nicht fehlen dann.
00:03:41: Das für mich immer wieder ein guter Anker, wenn es eng wird oder Haltung gefordert
00:03:44: wird.".
00:03:45: Beende bitte den Satz!
00:03:47: Ohne Physiotherapeuten?
00:03:49: Pünktchenpünktchchenpönktchen
00:03:51: würde uns der Laden hier wahrscheinlich um die Ohren fliegen.
00:03:54: ich habe wirklich Hochachtung für alle Menschen, die unter großem persönlichen und eben nicht nur körperlich einen Einsatz unter diesen Bedingungen unser Gesundheitssystem versuchen mitzustabilisieren und wirklich am menschen dran sind.
00:04:04: das ist wirklich eine Herausforderung.
00:04:07: Dem kann ich nur hundert Prozent beiflichten, so ist das absolut.
00:04:10: Du gibst ja Workshops in ganz Deutschland zwischen Berlin, Hamburg und Hannover – was war für dich der Auslöser irgendwann zu sagen?
00:04:18: Ich muss diese Philosophie jetzt in ein Buch packen und nach außen
00:04:23: tragen.".
00:04:24: Hättest du mir die Frage vor einem Jahr gestellt, hätte ich komplett anders geantwortet!
00:04:28: Gerade im Gesundheitskontext gibt es ja schon so viele schlaue Konzepte und noch mehr Meinung darüber, was gesund und richtig ist.
00:04:34: Und die Frage ist dann, braucht's wirklich noch jemanden der seinen Senf dazu gibt?
00:04:37: Und meine Antwort war lange Zeit eher nein!
00:04:40: Dann ist aber auf der anderen Seite ganz praktisch meine tägliche Arbeit in der Praxis in den Kursen und Vorträgen.
00:04:46: Da mag ich einfach die Idee jedem und jeder zu helfen, die eine klare aufrechter Haltung entwickeln will.
00:04:51: Dafür braucht das aus meiner Sicht nicht mehr Wissen oder Ratgeber sondern eben mehr Umsetzung.
00:04:55: Mein Ansatz in dem Buch Lesern zu helfen, Inspiration in sich selbst zu finden.
00:05:00: Und zwar nicht als schöne Vorstellung oder als ideales Luftschloss sondern ganz lebenspraktisch und alltagstauglich und eine Möglichkeit das dann eine Möglichkeit Bequemlichkeit oder Trägheit eben gegen Lebendigkeit einzutauschen.
00:05:12: Das Wichtige ist mir dabei irgendwie nicht von oben herab Sondern eben dass es aus einem inneren Bedürfnis heraus passiert.
00:05:18: und Selbst ich wenn ich jetzt das Buch habe das jetzt vor ein paar Monaten abgeschlossen Das jetzt lese, bekomme ich selbst immer wieder richtig Bock mich zu bewegen und zu forschen in diesem Bereich.
00:05:27: Und da Körper- und Bewegung meine großen Leidenschaften sind war das Buch eine gute Möglichkeit, mich mit Menschen eben gemeinsam um diese Ideen zu versammeln.
00:05:35: Ja wir haben es ja gerade schon gehört dein Buch heißt Aufrichtung die Kunst der Selbstkultivierung.
00:05:41: Aufrichtungen klingt für mich nach Arbeit.
00:05:43: Selbst Kultivierungen irgendwie nach Kunst?
00:05:46: Wie passt das Ganze denn so zusammen?
00:05:47: vielleicht kannst du dann ein bisschen mal ausholen
00:05:50: Ja, Einspruch.
00:05:50: Wir sind direkt am Knackpunkt.
00:05:53: Wie können wir diesen Zugang zu Körper- und Bewegung eben so gestalten?
00:05:56: Dass es nicht lästige Mittel zum Zweck sind?
00:05:58: mit Anstrengungen für viele Menschen, die ich begleite ist Aufrichtung inzwischen das Natürlichste der Welt.
00:06:04: Eigentlich müssen wir nur die Hindernisse, die uns dabei im Weg sind erkennen lösen und uns dann so bewegen wie es ganz natürlicherweise in uns angelegt ist.
00:06:13: Klingt einfach, kann es auch sein.
00:06:14: Aber die Frage ist natürlich berechtigt, wieso verbinden wir Aufrichtung mit Anstrengungen und einen Weg eben mit Steifigkeit, Schmerz oder anderen Symptomen umzugeben?
00:06:22: Ist genau der, den du ansprichst mit Willenskraft gegen diese inneren Widerstände ankämpfen?
00:06:27: Und die Erfahrung zeigt das kostet viel Energie.
00:06:30: Es geht manchmal gut und dann sind wir auch erfolgreich.
00:06:33: Das ist schön wenn wir das schaffen aber als häufig kommen wir in diesen Teufelskreis aus Versuch und wieder alte Gewohnheiten Und das muss eben nicht sein, dass wir schön wenn es auch anders ging.
00:06:46: Dann ist es doch gut, wenn wir irgendwie Möglichkeit haben dieses müssen wollen zu vermanne und am besten noch das wollen dann in einen Tunen.
00:06:53: Eine Antwort darauf ist dann eben günstige Bedingungen schaffen, dass sich diese natürliche Prozesseaufrichtung von ganz allein entfaltet.
00:07:00: Wir machen das mit anderen Lebewesen.
00:07:01: Wenn man den Baum nehmen und ihn einpflanzen, dann ziehen wir auch nicht an den Blättern oder den Ästen so, dann versorgen die Umgebung den Boden mit Nährstoffen Lichtwasser Und dann entfaltet sich der Baum von ganz alleine.
00:07:12: Da können wir gar nichts erzwingen.
00:07:13: und die Frage ist eben, was sind diese Bedingungen für uns Menschen?
00:07:17: Und da habe ich ein paar Antworten darauf formuliert.
00:07:21: Nicht in Antworten sondern stellt dann auch viele Fragen weil letztendlich es ist ein eigenständiger und selbstverantwortlicher Forschungsprozess.
00:07:28: Das ist schon wichtiges Stichwort das hat es doch eingangs gesagt.
00:07:30: so Aufrichtung ist ein Prozess und eben kein Ziel oder irgendwie einen Endzustand.
00:07:35: Die Frage ist einfach wie wir diesen Prozess gestalten.
00:07:38: Zum Beispiel ist es ganz wichtig, grundlegend oder zum Anfang dann, dass es eine positive Erfahrung wird in dem eigenen Körper zu sein und sich zu bewegen.
00:07:44: Das ist nicht selbstverständlich.
00:07:46: Viele Menschen, wenn's um die Themen Körper- und Bewegung geht, geht das auch um Gefühle wie Charme oder Selbstzweifel oder wie gesagt Selbstverurteilungen.
00:07:53: Und damit verantwortungsvoll umzugehen ist wichtig natürlich.
00:07:57: Diese guten Bedingungen sind für mich was den Menschen angeht Grundlagen arbeiten wirklich nur solide Basis bauen auf der sich das gesamte System neu sortieren kann.
00:08:06: Da mag ich den Begriff von Aufwärtsspiralen.
00:08:09: Die sich von alleine entfalten, wenn die Basis stimmt und der Körperbewegung unser Alltag dafür sind eben ein sehr guter Übungsplatz diese Aufwärtsspirale wirklich leibhaftig zu erfahren.
00:08:19: Zum Begriff der Kunst so ist der Hintergrund da, dass wenn wir die Perspektiven so umsetzen wie ich jetzt sogar angerissen habe eine ganz eigene Körperestätik entsteht und eben nicht einer Ästhetik so der reinen Optik irgendwie Muskelberge oder ein flacher Bauch, sondern mehr so eine Ästhetik der Funktion nenne ich das dann.
00:08:35: So wie wir uns durch den Alltag bewegen, wie wir stehen und gehen ... Das ist für mich eher eine ganz bodenständige Handlungsfähigkeit im Alltag in dem wir Körper- und Bewegung auch genießen können.
00:08:46: Und dass dann mehr so ne alltägliche Lebenskunst oder eben Körper-und Bewegungskultur, genau.
00:08:52: Ich hab ja oft den Eindruck, da korrigier mich bitte, wenn du das anders siehst.
00:08:56: Das ist beim ganz großen Thema, dieses Megathema-Gesundheit, um höher schneller weiter besser geht.
00:09:04: Stichwort Bio-Hacking und Tracking.
00:09:06: Du plädierst eher für eine Sprache der Gesundheit jenseits dieser Selbstoptimierung?
00:09:11: Wie sieht denn dieser Perspektivwechsel konkret aus?
00:09:14: Ja, stimmt.
00:09:15: Messen können wir sehr viel.
00:09:16: Aber ich kenne auch viele Menschen auf dem Papier mit allen Messwerten wirklich ... krank sind und trotzdem scheinen sie mir quick lebendig und glücklich zu sein.
00:09:24: Auf der anderen Seite kenne ich auch Menschen, deren Werte tiptop sind aber irgendwie unglücklich sind.
00:09:28: Und bei der Sprache von Gesundheit geht es mehr da eben ein bisschen um eine Verschiebung des Fokuses.
00:09:33: In der Medizin handeln wir häufiger entlang messbarer Parameter Diagnosen aus denen wir dann evidenzbasierte Medizin oder Therapie ableiten.
00:09:41: das für viele Bereiche Ein Segen, also die Errungenschaften der Wissenschaft ist ja genial.
00:09:46: Was wir da für Möglichkeiten haben und gerade in potentiell lebensbedrohlichen Situationen sind wir da wirklich ziemlich gut aufgestellt.
00:09:52: Und jetzt bei der Selbstoptimierung werden diese Parameter dann häufig für eine kontrollierte Beiführung von Gesundheit verwendet.
00:10:00: Die Idee ist verständlich so, können klare Messparameter benennen, können richtig und falsch auseinanderhalten.
00:10:07: Das gibt uns Sicherheit und eben auch klare Handlungsanweisungen.
00:10:10: Doch ... hat der komplexen und eher subjektiven Erfahrung von Gesundheit, werden diese Parameter meiner Erfahrungen nicht gerecht.
00:10:16: Sie kontrollieren zu wollen, dann scheint häufig das Gegenteil zu erreichen.
00:10:21: Was uns auch Sicherheit geben kann sind grundlegende Prinzipien verstehen von Gesundkeit, leibhaftig erfahren und eben ein körperliches Selbstvertrauen entwickeln.
00:10:30: Das äußert sich in ausprobierenden Spielen.
00:10:32: mal übers Ziel hinaus schließen meine Dwegen und die Erfahrung machen dass der Körper sich wieder einpendelt Alles natürlich im Kontakt mit sich selbst.
00:10:39: Und zusammengefasst entstehen dadurch Handlungsspielräume, das ist unser Körper wie so ein Refugium der Handlungsfähigkeit würde ich so meinen wo wir Erfahrung machen können und eben die eigenen Urteilskraft schulen können.
00:10:50: Das ist dann weniger eine Optimierung Richtung Effizienz in einer Selbstoptimierung sondern eher in Richtung Lewendigkeit, Genuss oder Geschmeidigkeit usw.. Das bedeutet ja für jeden etwas Anderen weil Gesundheit ist subjektiv.
00:11:02: nun darf es unsere Sprache dafür auch sein Schließt sich natürlich auch nicht aus, das ist ganz wichtig für mich.
00:11:07: Das eine oder das andere können wir dazu packen gerade wenn wir Krankheiten behandeln.
00:11:11: Da müssen wir ja nicht auf die leichte Schulter nehmen.
00:11:15: Es kann entweder oder sondern ein Wohllauf als auch.
00:11:19: Und vielleicht noch abschließend mal irgendeine Richtung Vollgas zu geben und wirklich zu optimieren, was für Potenzial in einem Steck spricht ja nichts dagegen.
00:11:26: Warum nicht?
00:11:27: Wenn wir lernen uns da dann nicht zu verbeißen, ist das ein Teil von Leben und kann sich auch mal in eine oder andere Richtung bisschen drüber ausdrücken würde ich sagen.
00:11:35: Was würdest du denn sagen wie verwandeln wir feste Spannungsmuster und alltägliche Blockaden in etwas, ich sag mal spielerisches statt uns sofort dafür zu verurteilen?
00:11:45: Ja, also zunächst finde ich es wichtig zu verstehen unsere Spannungsmuster oder Blockaden erfüllen ja einen Zweck.
00:11:50: Sondern sie stabilisieren unser System und wenn wir jetzt ein Muster oder eine Blockade in der Therapie lösen oder beseitigen wird das System manchmal instabil.
00:11:58: Das ist auch okay so denn dann kann sich der Körper irgendwie neu sortieren und vielleicht findet er ein alternatives Muster.
00:12:04: Häufig geht das Ganze dann einen anderen Weg.
00:12:05: Wir gehen zurück in unseren Alltag mit all unseren Gewohnheiten Und dann neigen wir dazu eben auf alte Spannungsmuster zurückzugreifen.
00:12:11: und insbesondere wenn der Alltag von Stress geprägt ist Dann kommt es zu eher so einer reaktiven Stabilisierung.
00:12:17: Wie können wir das anders machen?
00:12:19: Die Grundlagenarbeit, unseren Alltag als Übungsplatz sehen und funktionellen Beschwerden die Grundlage entziehen.
00:12:26: Vielleicht machen wir das konkret an einem Beispiel fest.
00:12:28: Gibt's ein Beschwerdebild, was dich ab und zu beschäftigt?
00:12:33: Leider tatsächlich immer mal Rückenschmerzen.
00:12:35: Gerade morgens nach dem Aufstehen muss ich mich erst mal zurechtruckeln.
00:12:39: Hast du dein Tipp für mich?
00:12:41: Genau also erstmal ... Dieses Zurechtdruck ist ganz weit verbreitet und dann können wir als erstes schauen, was gibt es da für Einflüsse?
00:12:50: Und finde ich gerade rückgesund hat das ein gutes Beispiel beginnt oft am Fuß.
00:12:54: Dann würde ich mir als erstens anschauen wie drückt sich eigentlich die Bewegung, wie ist unser Gang?
00:12:58: oder wie ist dein Gang Wie ist der Fußaufsatz unzuweitert?
00:13:02: Gerade wenn wir jetzt das mal zum Beispiel ganz konkret nehmen Wenn wir den Fuß normal aufsetzen, wenn wir Schuh anhaben, neigen wir sehr dazu dann unsere Knochen und Gelenke als Stoßdämpfung zu benutzen.
00:13:11: So lernen wir es zu gehen und besonders wenn wir die Schuhe an haben.
00:13:14: Dadurch kommt das aber erst mal zu einer ordentliche Erschütterung auch durch alle Gelenken im gesamten Körper bis nach oben Und alle Muskelbänder und diese Gewebe müssen mit einer reaktiven Schutzspannung alles stabilisieren.
00:13:24: Also wenn wir das nur ein bisschen verändern, den Fuss ein bisschen anders aufsetzten und vielleicht unser Fußgewölbe dafür nutzen die Stoostämpfe um zu machen dann bewegt sich der Körper oder die Beine auf einmal ein bisschen anders.
00:13:33: Das Becken wird mit jedem Schritt durchmobilisiert und es kommt eher zu einer harmonischen oder dynamischen Anspannung in allen Muskelbänder sehen, das mobilisiert damit jeden Schritt.
00:13:43: die Beckengelenke, die ESG-Gelenke sind bekannt.
00:13:46: Das ist eine Mobilisierung auch der Rückenfassung unter kleinen Wirbelgelenk und es kommen zu einer wunderbaren Pumpwirkungen auf den Bereich wo es häufig zur Stauung kommt, die dann auch Schmerzen auslösen.
00:13:54: Das ist jetzt nur ein kleiner Abriss von ganz, ganz vielen Einflüssen die da von unten hoch kommen.
00:14:00: Aber es zeigt wie wir kleine Veränderungen im Alltag nutzen können in Bewegungsverhalten, die dann wirklich durch die Vielzahl der Wiederholung etwas in Bewegung bringen.
00:14:08: und das ist so grundlegend auch immer wieder mein Ziel.
00:14:10: Es geht weniger darum Dinge weg zu machen sondern eigentlich Dinge in Bewegungen zu bringen und an Erfahrungen zu machen.
00:14:16: Ich sage gar nicht, dass diese Art und Weise zu gehen auf den ganzen Fuß aufsetzen.
00:14:20: Die richtige Art undweise zu gehen ist, sondern ich lade dann dazu ein auszuprobieren und zu schauen was passiert mit dem Körper.
00:14:26: Da kann man wirklich Erstaunliches erleben, was passiert wenn wir kleine Dinge verändern und durch viele Wiederholungen dann im Alltag nicht abgetrennt von unserem Alltag.
00:14:34: Irgendwie einmal die Woche irgendwie ins Fitnessstudie sondern integriert in den Alltag.
00:14:37: Veränderung leben und schauen was passiert mit dem Körper?
00:14:41: Und häufig bei dieser Art und Weise zu gehen ist das eben ein Prozess der Aufrichtung bekomme ich ganz viel Rückgemeldet.
00:14:47: Jetzt sind wir ja mit deinen Tipps oder deinem sehr guten Tipp, also Stichwort Fuß.
00:14:50: Sie auch schon mitten im Thema Selbstbehandlung.
00:14:53: dazu würde ich tatsächlich gerne von dir wissen wie viel Eigenverantwortung wird in eigentlich den Patienten zutrauen können?
00:14:59: Oder gar sollten?
00:15:01: Ja da stelle ich gern mit einem anderen Prinzip.
00:15:03: was immer wieder auftaucht ist dass der Körper passt sich in die Richtung an, in der wir ihn bewegen.
00:15:08: so wenn wir viel sitzen werden wir gute Sitzer.
00:15:10: Wenn wir uns bewegen dann passet das Gewebe-Ehrrichtung Beweglichkeit und Geschmeidigkeit an Und deswegen eine ganze Menge.
00:15:17: Mir geht es ja nicht um die Behandlung oder Selbstbehandlung, irgendwie schwer wie in einer komplexer Krankheit und es geht vielmehr um ein Verständnis eben grundlegender Prinzipien von Gesundheit und das ist nicht konzeptuell mit dem Kopf verstanden sondern wirklich in der leibhaftigen Erfahrung und da entsteht das körperliche Selbstvertrauen und diese Handlungsfähigkeit.
00:15:33: zur Selbstverantwortung gehört dann nämlich auch einschätzen zu können wann ich Hilfe benötige und diese dann auch in Anspruch zu nehmen nehme ich diese aber viel selbstbewusst am voraktiven Anspruch, als von einem Ort der Hilflosigkeit und Unmündigkeit heraus.
00:15:46: Also sich insgesamt so zu bilden oder Gesundheitskompetenz zu entwickeln ist auch in der Hinsicht immer
00:15:52: zuträgt.".
00:15:53: Ja viele unserer Hörer sind natürlich in der Physiotherapie oder im medizinischen Training Zuhause.
00:15:58: was würdest du sagen?
00:15:59: Wie lassen sich deine Impulse und Prinzipien in die tägliche therapeutische Praxis integrieren?
00:16:05: Ja, was auf jeden Fall immer wieder ein Thema ist dann unsere innere Haltung beim Behandeln.
00:16:08: Das sind wir sicher das kennen die meisten Hörern-Hören sehr gut, die zumindest therapeutisch aktiv sind.
00:16:14: und zum Beispiel dass für sich meinte will ich etwas wegmachen oder will Ich etwas in Bewegung bringen und vertraue darauf Dass sich der Organismus Neusatiert.
00:16:21: Es Ist ja meistens nicht Wir Die heilen Sondern wir geben einem einen Puls ins Gewebe Und Direktioner drauf ist Dann Im besten falle Der Heilungsprozess.
00:16:29: vielleicht noch was anderes, etwas konkreter.
00:16:31: Es geht da wie gesagt in viel umgrundlegende alltägliche Bewegungen und diese Perspektiven und Übungen die ich da beschreibe kann man gut den Patienten mitgeben.
00:16:39: Die sind sehr anschlussfähig und ergänzen für viele Therapien.
00:16:42: also es ist auch nichts das da irgendwie irgendjemanden irgendwas abgegraben wird im Sinne von wenn man jetzt nur noch die Selbstbehandlung macht dann ist alles gegessen nehmen.
00:16:51: uns ist eher so ein verantwortungsvoller Umgang mit der eigenen Gesundheit der dann auch dazu einlädt, wie gesagt proaktiv und selbstständig therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
00:16:59: Wenn du den Therapeuten und Bewegungsbegeisterten, die uns hier gerade zuhören eine einzige Sache für ihren nächsten Arbeitstag mitgeben könntest?
00:17:07: Welche wäre das denn?
00:17:09: Ja also für Therapeuten wirklich passt auf euch selbst auf und da spreche ich zu fünfzig Prozent direkt zu mir morgen.
00:17:15: Also in unserem Gesundheitssystem wird ja leider häufig systemisch bedingt Strukturell wegen häufig der Mangel verwaltet.
00:17:21: und diese Löcher immer wieder mit der eigenen Energie zu stopfen, das kann auf Dauer einfach nicht gut gehen.
00:17:25: Also Menschen mögchen ihr Heilungs- und Wachstumsprozesse miteinzubeziehen Und nicht selber alles von sich herzugeben ist da finde ich sehr wichtig.
00:17:32: Selbstverantwortung Zutrauen Handlungsfähigkeit erfahrbar machen und das ganze nicht mit Druck von oben irgendwie von außen das erzeugt nur Gegendruck sondern Das ist kein Kampf sondern eher ein Tanz mit dem inneren Schweinehund für Bewegungsbegeisterte.
00:17:44: die brauchen nichts.
00:17:45: also Das erinnert mich aber an ein gutes Mantra, mit dem ich gerne durch den Alter gehe.
00:17:49: Diesen Geist zu verkörpern und den Körper zu begeistern als zwei Gegensätze.
00:17:53: Damit kann man gut gehen.
00:17:55: Das ist das was ich gerne mitgebe.
00:17:58: Dein Buchtitel verrät ja so mit Teil eins, dass es vielleicht eine Fortsetzung geben könnte.
00:18:03: Worauf dürfen wir uns dann in Zukunft noch von dir freuen?
00:18:07: Ja, das sollen drei Teile werden.
00:18:08: Der zweite Teil heißt Regulation.
00:18:10: Geht einfach ganz grundlegend um die verschiedenen Körpersysteme und wie die verschiedenen eben auch ineinandergreifen.
00:18:17: Und wie wir dann im Alltag da durchnavigieren können mit dieser Leichtigkeit und diesem spielerischen.
00:18:22: Das Autonomenärfensystem, Hormonimonsystem usw.
00:18:25: Der dritte Teil ist der Titel Ausdehnung.
00:18:27: Da lasse ich hier noch mal Raum für freie Assoziationen weil das wird eher experimentellere und kreativer.
00:18:32: Da lass' ich mich selbst teilweise auch noch überraschen.
00:18:34: Ich bin aber gespannt was daraus wird!
00:18:36: Ja, das sind ganz spannende Themen mit ganz vielen Anknüpfpunkten ja auch in die Physiotherapie.
00:18:41: Also vielleicht dürfen wir dich dann ja in absehbarer Zeit nochmal bei uns im Podcast begrüßen wenn deine weiteren Erscheinungen erfolgt sind?
00:18:47: Was hältst du davon?
00:18:48: Ja, wird mir freuen!
00:18:49: Lieber Jonte, dann erst einmal vielen Dank für deine Zeit und die superspannenden Einblicke.
00:18:55: dein Buch erscheint jetzt im September.
00:18:57: alle Infos zu dir und deiner Arbeit werden wir natürlich in unsere Show Notes packen so dass man dir auf den entsprechenden Kanälen folgen kann.
00:19:08: Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert Haltung Bitte.
00:19:11: Lasst uns eine Bewertung da und teilt die Episode mit euren Kollegen.
00:19:15: Bis zum nächsten Mal!
00:19:16: Bleibt beweglich und behaltet Haltung.
00:19:18: Jonte, danke dir für deine Zeit.
00:19:20: Es war mir eine große Freude.
00:19:22: Danke, Desiree.
00:19:22: Hat mir auch Spaß gemacht.
00:19:36: All ears
00:19:37: on you, Original Podcast.
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